Katzen digital fotografieren – Das Posieren
Drei Arten von Katzenfotos gibt es.
1) Die Katze ist nur hübsches Beiwerk zum eigentlichen Foto. Ein Statist, der Leben in das Bild bringt
2) Die Katze wird in ihrer gewohnten Umgebung fotografiert
3) Studiofotos
Der Sinn aller drei Arten?
Beim Ersten ist die Katze nicht das Wichtigste, sondern Teil des Bildes. Das Augenmerk liegt auf der Umgebung, in die die Katze mit einfließt.
Beim Zweiten wird die Katze so dargestellt, wie sie lebt, mit all ihre Eigenarten.
Beim dritten Punkt, dem mit dem wir uns heute befassen wollen, steht die Katze und die Präsentation der Katze im Vordergrund. Auch wenn der Vergleich nun etwas seltsam klingt, aber möchte ein Fabrikant Tassen verkaufen und dafür Fotos machen, wird er die Tasse nicht dann knipsen, wenn sie auf seinem Schreibtisch steht, und halb gefüllt ist, sondern er wird professionelle Produktfotos machen wollen, bei denen die Tasse am besten dargestellt und wiedergegeben wird. Am Besten mit einem neutralen Hintergrund und ohne Dinge, die ablenken könnten.
Wir wollen unsere Katzen zwar nicht verkaufen, aber doch darstellen. Dafür eignet sich die Studiovariante am Besten, weil nichts von dem Tier ablenkt.
Das Posieren ist wichtig, aber schwierig
Jetzt soll die Katze auf dem Foto natürlich einen gewissen Eindruck erwecken. Die Kitten sollen süß sein, die erwachsene Katze elegant und der Kater majestetisch. Nur wie bringt man sie dazu, so auszusehen?
Einem Modell würde man jetzt als Fotograf Anweisungen geben und das Modell würde diese umsetzen. Aber einer Katze Anweisungen geben und hoffen sie versteht diese? Das ist fast zwecklos.
Da wird das “Bleib doch mal sitzen” gern fehlinterpretiert und falsch umgesetzt. Wie soll die Katze denn auch verstehen, was sie machen soll?
Für diesen Zweck haben wir ein Hilfsmittel. Den Federbuschel. Dieser wird wild wedelnd dazu benutzt, die Aufmerksamkeit der Katze zu gewinnen.
Den Blick der Katze steuern
Er hat sich bei uns bewährt, da man den Blick der Katze ganz genau dahin richten wo man möchte. Bei Quietschspielzeug sprang mir die Katze dann immer total wild entgegen und wollte spielen. Mit dem Federbuschel bekomme ich die Katzen dazu in jede erdenkliche Richtung zu schauen.

Nach links

Nach oben

Nach rechts

Und nach unten
Wedle ich mit dem Federbuschel dann hinter der Kamera, schauen sie direkt hinein. Ich versuche den Blick der Katze immer so zu richten, dass auf die Augen der Lichtschein fällt, denn dadurch wirkt das Bild lebendig.
Am besten ist es, wenn man es mit der Katze übt, dass sie auf den Buschel schaut, wenn er sich bewegt. Das kann man mit Lob und Streicheln bewerkstelligen. Je jünger die Katze ist, desto eher wird sie es aber auch von sich aus machen. Manche Katzen sind aber so abgebrüht, da könnte ein Flugzeug neben ihnen abstürzen und sie würde das nicht interessieren.
Bei Cthulhu habe ich ein spezielles Stichwort was ich verwende, damit er in die Kamera schaut (Es fängt mit L an und hört mit eckerchen auf
) Cthulhu ist für Studiofotos aber auch nicht sonderlich geeignet und immer sehr unkooperativ
Dafür hat er aber andere Qualitäten.
Das Gelernte nun auf die Situation “Katze im Studio” anwenden
Wenn die Katze nun in ihrer Kulisse sitzt wird sie, nachdem sie alles erstmal untersucht hat, sitzen und euch anschauen. Das alles mit diesem “So, was nun?”-Blick. Dann wedelt man mit dem Federbuschel ein wenig hin und her. Lässt die Katze ihn auch mal fangen, lockt sie wieder in die andere Ecke und schließlich zum Platz wo sie bleiben soll. Man hat nun die volle Aufmerksamkeit und kann auch auf den Körpereinsatz hoffen, den sie aufbringt um ein bisschen zu posieren.
Man sieht auf Bildern sofort, ob die Katze interessiert bei der Sache war, oder überhaupt keine Lust hatte. Man lässt die Katze also erst einmal machen was sie möchte. Wenn die Position gut aussieht, kommt der Federpuschel zum Einsatz. Man lenkt den Blick und drückt ab. Mit ein bisschen Übung bekommt man dann auch die richtige Kameraposition hin und merkt, wie der Bildaufbau am Besten aussieht. Studiofotos müssen also nicht immer steril aussehen, sondern können schon Leben und “Action” in sich haben.
Je nachdem wie lange die Katze Freude daran hat, kann man durchknipsen. Wenn die Katze keine Lust mehr hat, sollte man auch aufhören. So entwickelt die Katze dem Fotografieren gegenüber keine negativen Gedanken.
Diese Zeit kann man dann zum Beispiel gut dafür nutzen, mit dem Papa zu toben





