Schmitz’ Katze
Erschreckend enttĂ€uschend – 1/4
In vier Teilen (fĂŒr einen Artikel wĂ€re es vieeeel zu lang geworden) möchte ich euch nun ein bisschen meine Gedanken zu dem Buch mitteilen. Hier also Teil 1.
Seit der Veröffentlichung im September 08 wird einem auf sĂ€mtlichen Seiten die das Thema Katze behandeln (oder auch nicht) das Buch Schmitz’ Katze – Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal empfohlen. Herzlich gelacht soll man haben. 100% Recht hat Ralf Schmitz mit seinen AusfĂŒhrungen. Ich habe nicht eine negative Kritik gelesen. Das machte mich neugierig und ĂŒberraschend bekam ich das Buch dann zu Weihnachten geschenkt.
Am nÀchsten Tag legte ich auch bereits mit dem Lesen los. Ich war gespannt, was denn alle so toll fanden. Der Anfang war auch schön geschrieben. Nicht so dass er mich vor Lachen vom Hocker riss. Aber es las sich schön schnell weg.
Es geht am Anfang darum wie Ralf Schmitz zu seiner Katze kam, dass er sich trotz der vielen Katzenbabys im Tierheim lieber eine Katze aussuchte, “die keiner mehr wollte”. Zwischendrin gibt es immer wieder erheiternd gemeinte Geschichten, von seinen Bekannten und deren Erfahrungen mit der Katzenhaltung.
Immer mal wieder findet sich unten auf der Seite ein grĂŒn umrandetes, gelbes KĂ€stchen, welches als Infobox hervorsticht und ĂŒber Dinge und Verhaltensweisen aufklĂ€rt, die gerade im Buch behandelt werden. Eine nette Idee. Leute sind, wenn sie erheitert sind, lernfĂ€higer und nehmen solche Infos natĂŒrlich besser auf, als wenn sie ein Fachbuch vor sich hĂ€tten.
Besser wĂ€re es allerdings wenn diese Infoboxen auch wirklich mit WahrheitsgemĂ€Ăen Infos gefĂŒllt wĂ€ren. So heiĂt es in einer Infobox auf Seite 116:
Wussten Sie eigentlich,…
dass die beste Zahnsteinprophylaxe fĂŒr eine Katze Trockenfutter ist? Die harten Bestandteile funktionieren wie eine ZahnbĂŒrste und helfen somit, einer frĂŒhen Zahnsteinbildung vorzubeugen.
Die Info ist schlichtweg falsch. Trockenfutter ist kein artgerechtes Katzenfutter und ĂŒberhaupt nicht dazu geeignet Zahnstein vorzubeugen, da Katzen das Futter entweder komplett herunterschlingen oder höchstens einmal zerkauen. Von Zahnsteinprophylaxe kann man da gar nicht sprechen.
Das natĂŒrliche Futter fĂŒr die Katze wĂ€re, wie wĂŒrde man es anders erwarten, die Maus oder auch anderes kleines Getier. Der Stoffwechsel der Katze ist an diese Nahrung angepasst. MĂ€use bestehen zu einem groĂen Teil aus Wasser (ca. 70%), hochwertigen Proteinen aus dem Fleisch (14%), Fett (ca. 10%) nur 1-2% Kohlenhydraten und Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Ballaststoffen aus dem Fell.
Trockenfutter hingegen besteht aus 30-80% Kohlenhydraten, welche meist durch hohe Getreidezugaben verursacht wird dazu 27% Proteinen welches minderwertiges EiweiĂ gewonnen aus pflanzlichen Inhaltsstoffen und SchlachtabfĂ€llen ist, nur 7-10% Wasser, unbekannten Fetten und synthetisch hergestellen, ĂŒberdosierten Vitaminen. HĂ€ufig werden dem Trockenfutter dann Fructo-Oligosaccharide zugegeben, welche das Futter bekömmlicher machen und DurchfĂ€llen vorbeugen soll.
Beim direkten Vergleich sieht man also, dass Trockenfutter weit entfernt von einer artgerechten ErnÀhrung ist.
Das eigentliche Problem hierbei ist, dass die Katzen von Natur aus kein sehr ausgeprĂ€gtes DurstgefĂŒhl haben und erst dann trinken, wenn sie kurz vor der Dehydration stehen. Dann aber nur so viel um diese vorzubeugen. In der Natur ist hĂ€ufiges Trinken aber auch nicht nötig, da der GroĂteil der FlĂŒssigkeit eben ĂŒber das Futter aufgenommen wird.
Eine Katze, die Trockenfutter frisst, mit genĂŒgend Wasser zu versorgen ist hingegen unmöglich. Um eine ausreichende FlĂŒssigkeitsversorgung zu gewĂ€hrleisten, mĂŒsste eine Katze, die eine SchĂŒssel Trockenfutter frisst, mindestens 4 SchĂŒsseln Wasser trinken, um zumindest das FlĂŒssigkeitsdefizit aus dem Futter auszugleichen. Welche Katze macht das? Ich kenne keine. Die Entstehung von Blasen- und Nierensteinen ist in diesen FĂ€llen vorprogrammiert.
Das war jetzt eine etwas ausfĂŒhrlichere ErklĂ€rung, jedoch denke ich, kann man nun besser nachvollziehen, WARUM diese Info so falsch ist und unerfahrene Katzenbesitzer sicherlich verunsichern und falsch informieren könnte. Das auf Kosten der Katze.
FĂŒr alle Interessierten. Man kann der natĂŒrlichen Zahnpflege der Katze (durch Zerkauen der Beutetiere) im besten Fall damit nachkommen, dass man ihnen Frostfutter, also FrostkĂŒken oder FrostmĂ€use anbietet. Wem das allerdings aufgrund der eigenen Ekelgrenze zuviel ist, kann auch zu HĂŒhnerhĂ€lsen oder RindfleischstĂŒcken aus dem Supermarkt greifen. Wer sieht, wie lang und beharrlich die Katzen daran kauen und fressen, meine Katzen brauchen fĂŒr einen halben HĂŒhnerflĂŒgel 30 Min. , wird verstehen, dass dies der Zahnpflege nĂ€her kommt, als ein TrockenfutterstĂŒck.
Warum dies natĂŒrlich nicht empfohlen wurde erfahrt ihr dann im nĂ€chsten Artikel.
Quellenverweis, woraus ich meine Infos aus diesem Artikel beziehe: www.hauspuma.de Dort wird auf das Thema noch sehr viel intensiver eingegangen. Ein Besuch lohnt sich.
Nicht das was du gesucht hast? Versuch dein GlĂŒck doch einmal hier:
7 Kommentare zu „Schmitz’ Katze
Erschreckend enttĂ€uschend – 1/4“
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[...] dem ersten Artikel ging es ja darum, dass Ralf Schmitz uns erklĂ€rte, dass Trockenfutter gut fĂŒr die ZĂ€hne unserer [...]







Also ich muss sagen, dass ich das Buch nicht als Ratgeber verstanden habe, sondern nur als Geschichtenbuch zum Erheitern! Wenn ich einen Ratgeber haben will, dann kaufe ich mir ein qualitativ hochwertiges Buch und keins von einem Comedian.
Du solltest dazu schreiben, dass es wirklich hauptsĂ€chlich nur um die lustigen Geschichten geht und nicht, wie es hier rĂŒber kommt, um Ratgebungen.
Die Artikelreihe ist ja auch noch nicht fertig. Schau oben 1/4. Bis Seite 116 war es auch eine angenehme leichte Unterhaltung. Jetzt nicht so, dass ich sagen wĂŒrde “Wow, geil. Ich will mehr davon”, aber auch nicht so dass ich das Buch weggelegt hĂ€tte.
Als Ratgeber verstehe ich das Buch auch nicht, dafĂŒr merkt man halt dass Ralf Schmitz zwar Ahnung von seiner Katze hat, aber Katzenhaltung allgemein sehr oberflĂ€chlich anschneidet. Ich denke aber schon, wenn man sich herausnimmt, Infoboxen in einem Buch anzubieten, dass diese dann wahrheitsgemÀà gefĂŒllt werden sollten und nicht mit angelesenem Halbwissen.
Ich hab gestern noch eine Rezension gelesen, wo drin stand. “Die Geschichten ganz nett. Die Infoboxen lassen sich aber nicht mit artgerechter Katzenhaltung vereinbaren”
Ohne jetzt mein Fazit vom 4ten Artikel vorweg zu nehmen, habe ich mir von dem Buch mehr versprochen.
Alles klar, ich bin gespannt auf deine weiteren Artikel
Allerdings bleib ich bei meiner Meinung zu dem Buch: Ich find’s total klasse und hab mich rumgekugelt vor lachen
Die Meinung will dir ja auch keiner wegnehmen
Da ich aber nicht der Typ bin. Der ein Buch unbegrĂŒndet doof findet, schreib ich gern mal meine GrĂŒnde auf.
Interessanter Artikel. Danke dafĂŒr. Und was die Prominenz betrifft … die kann BĂŒcher schreiben, worĂŒber sie will. Sie wird jederzeit einen Verlag finden. Weil sich das Buch schon ĂŒber den Namen des Autors verkauft. Da ist der Inhalt (leider) zweitrangig).
Lieber GruĂ von Renate
P. S.: Werde das Buch nun auch mal in die Hand nehmen. Es liegt nĂ€mlich schon seit Wochen auf meinem BĂŒcherhaufen…
Renate, da hast du vollkommen recht. Da reicht der Name und der Rest ist zweitrangig.
Mein Freund hat es jetzt auch gelesen und fand es, obwohl er Ralf Schmitz mag, nicht sonderlich witzig. Ich denke als Katzenhalter (grad mit mehreren Katzen) kennt man diese Macken, die Ralf Schmitz beschreibt einfach zu gut, als dass man jetzt in schallendes GelĂ€chter ausbricht wenn man drĂŒber liest.
(So zB wo er denkt, seine Katze hĂ€tte einen an der Waffel, weil sie ein Blatt seiner Zimmerpflanze durch die Gegend schieĂt, welches vorher heruntergefallen war) Wenn ich hier manchmal sehe was den Katzen in den Sinn kommt, wenn sie mal “ihre 5 Minuten” haben, dann mĂŒssten ja alle meine Katzen geisteskrank sein. Sind sie aber nicht. Es sind eben nur Katzen.