Wenn Katzen spielen
Katzen lieben es zu spielen. Ab dem Alter von 3 Wochen, fangen sie an, mit ihren Geschwistern zu rangeln und starten bereits erste, zaghafte Jagdversuche. Das Spielen ist für die kleinen Katzen, ähnlich wie auch für Menschenkinder, ein Reifungsprozess, bei dem sie ihre Fähigkeiten für das spätere Leben erlernen und verbessern.
Jagen
Drei Hauptaktionen stehen für die Jagdübungen dabei im Vordergrund.
1. Das Lauern und plötzliche Springen auf am Boden lebender Beute
2. Das Lauern und plötzliche Springen auf fliegende Beute, die mit einem Pfotenhieb aus der Luft gefangen wird.
3. Das in die Luft wirbeln mit am Boden liegender Beute
Die erste Aktion trainiert die Jagd auf Kleintiere und kleinen Reptilien. Die Katze sitzt dabei, möglichst im Blick zu der Beute, aber so, dass diese sie nicht sehen kann. In geduckter Körperhaltung fixiert sie das Tier und die Pupillen weiten sich. Kurz vor dem Sprung treten sie vorsichtig mit ihren Hinterpfoten auf der Stelle und sich zu vergewissern, dass der Boden fest genug für den Absprung ist. Der ganze Körper der Katze ist unter Anspannung und mit einem gezielten Sprung packt sich die Katze die Beute mit den Vorderpfoten.
Geeignetes Spielzeug um mit der Katze diese Aktion zu trainieren, sind Stoffmäuse oder Stofftiere. Auch eine Spielangel kann hierfür geeignet sein, da man durch die Bewegung den Jagdtrieb der Katze weckt.
Die zweite Aktion dient dem Training der Jagd auf Vögel und Insekten. Hierbei hockt die Katze auch geduckt auf der Lauer, springt aber dann in die Luft und verpasst der fliegenden Beute einen Hieb mit der Pfote, um sie aus der Luft zu holen.
Geeignetes Spielzeug um mit der Katze diese Aktion zu trainieren, ist in erster Linie die Spielangel, da man hiermit eine fliegende Beute simulieren kann. Es gibt auch Spielangeln, an deren Ende sich ein Objekt befindet, dass bei Bewegung Zwitscherlaute von sich gibt. Hier ist es allerdings Geschmacksache der Katze, ob sie das mag oder vielleicht nicht sogar Angst davor hat.
Die dritte Aktion dient dem Fang von Beutetieren zB aus Gewässern. Das Beutetier wird mit den Vorderpfoten in einem hohen Bogen aus dem Wasser befördert um dann erlegt zu werden.
Wenn die Katze Wasser mag, kann man ihr eine Schüssel oder kleine Wanne mit Wasser aufstellen und auf die Wasseroberfläche PingPong Bälle geben. Liegendes Spielzeug, wie Spielmäuse oder Spielbälle werden allerdings auch häufig für diese Übung verwendet.
Revier- und Rangordnungskämpfe
Natürlich gibt es noch weitere Arten des Spiels. Um die soziale Stellung der Katzen untereinander zu bestimmen, kommt es regelmäßig zu Kämpfen innerhalb einer Katzengemeinschaft. Dieses Verhalten wird schon unter den Geschwistern geübt und im späteren Leben angewendet.
Wer einmal Katzen beim Kampf zugesehen hat, kann denken, dass es ziemlich ruppig zugeht. Wenn die Rangordnung allein schon aus körperlicher Seite ersichtlich ist, weil eine Katze kleiner ist als die andere, dann dauern die Kämpfe nicht lange an. Aber bei zwei gleichwertigen Katzen, kann es schon mal länger dauern.
Zwei typische Unterwerfungsgesten sind das Springen an die Kehle und das Besteigen der anderen Katze. In den meisten Fällen gibt es in diesen Kämpfen keine Verletzten. Wenn eine Katze sich unterwirft, dann macht sie sich ganz klein am Boden und schaut ihr Gegenüber an, der dann meist von der Katze ablässt.
Rangkämpfe sind essenziell für das soziale Gefüge der Katzen und können durch den Menschen kaum oder gar nicht imitiert werden. Gerade Katzen, die lang allein waren, müssen diese Dinge neu erlernen, um sich in einer Gruppe einzugliedern. Oftmals haben sie aber nach jahrelanger Einsamkeit Probleme sich mit anderen Tieren zu arrangieren.
Trotzdem lohnt es sich auch, diese Tiere mit anderen zusammenzuführen, denn das Neuerlernen dieser Fähigkeiten ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich.
Bis ins hohe Alter
Bei freilebenden Katzen lässt der Spieltrieb ab einem Alter von etwa 5 Monaten nach. Sie haben in der vorangegangenen Zeit genug gelernt, um sich allein mit Nahrung zu versorgen.
Katzen, die beim Menschen leben und von ihm versorgt werden, bleiben aber immer in der Kinderphase, werden also nie erwachsen. Dadurch ist es möglich, dass unsere Haustiere auch bis ins hohe Alter noch Spaß an Katzenspielzeug und ausgiebigen Spielstunden haben.
Für eine Katze die in der Wohnung lebt, ist dieses Spiel sogar wichtig, da sie hierdurch die nötige Bewegung bekommt, und somit nicht zu Verfettungen neigt, da sie einen höheren Energieverbrauch hat. Besonderer Augenmerk liegt hier bei den Kastraten, die gern mal vom Menschen überfüttert werden.







Ich finde es aber auch immer wieder faszinierend, mit was für simplen Dingen Katzen spaß haben können: http://www.totalblogal.net/index.php/2008/10/31/happy-helloween/ (Das Video unter dem Bild).
Sieh mal einer an, meine kleine Mau ist berühmt
Sehr informativ geschrieben, und ich kann wirklich nur Liedchen davon singen.. Die lebende Beute auf dem Boden sind meistens meine Füße, wenn ich in der Wohnung herumlaufe, auch wenn ich vorher stoppe, weil ich sie sehe, auf sie runterblicke und sage “Hey ich seh dich” und dann einen Schritt nach vorne gehe, landen ihre Krallen trotzdem in meinen Füßen..
@Gilly: Das Video ist ja klasse
Mein Kater begreift auch oft nicht, dass es Schachteln, Kisten oder sonstwas gibt, die einfach zu klein für ihn sind. Trotzdem versucht er es immer wieder *g*
@Tabea Ja hier jagen sie sich momentan gegenseitig. Da werd ich schon vom zusehen müde