Das richtige Abgabealter für Kitten
Wenn in der Familie die Entscheidung getroffen wurde, dass eine Katze angeschafft werden soll, dann stehen Katzenanfänger immer wieder vor der Frage “Wie alt soll die Katze sein?”
Sehr oft möchten die neuen Besitzer ein Kitten haben, dass sie aufwachsen sehen können. Die Angebote, vor allem im Frühjahr und Herbst, sind unzählbar und in vielen Tageszeitungen liest man “Katzenbabys – 8 Wochen abzugeben” oder auch “Süße Kätzchen – 6 Wochen – fressen selbstständig und gehen aufs Klo – für sofort abzugeben”.
Die Versuchung ist groß, so ein Kätzchen bei sich aufzunehmen, denn dann sind sie ja noch so klein und süß. Aber die Freude wird spätestens dann getrübt, wenn das Kitten Verhaltensweisen an den Tag legt, die nicht erwünscht sind.
Ab der 6.-8. Woche durchlaufen die Kitten eine Sozialisierungsphase bei der Mutter und in ihrem Familienverband, in der sie erzogen werden und lernen wie man sich als Katze verhält und benimmt. Dazu gehört es, seine Kräfte abzuwägen, Geschicklichkeit zu trainieren und den Umgang mit anderen Katzen zu lernen. Für die Charakterfestigkeit eines Tieres ist diese Phase grundlegend. Auch das Beibehalten der Stubenreinheit und das Austoben mit den Geschwistern ist etwas, was ihnen kein Mensch zu dem Zeitpunkt geben kann, wenn er es zu sich holt.
Das Abgabealter eines Kittens sollte nicht vor der 12. Woche liegen, sich allerdings auch individuell nach der Persönlichkeit des Kätzchens richten, denn ist ein Kitten mit 12 Wochen noch nicht bereit, in das neue Zuhause zu ziehen, sollte man es lieber noch bei der Mutter belassen, anstatt es von ihr zu trennen.
Kitten, die zu früh getrennt werden, können eine oder mehrere dieser Verhaltensweisen entwickeln.
Nuckeln an Textilien wie Decken, Pullovern usw.
Katzen die man von der Mutter getrennt hat, als diese noch gesäugt wurden, zeigen vermehrt das Bedürfnis an Textilien “nuckeln” zu wollen.
Dieses Verhalten scheint zwar auf den ersten Blick “süß” jedoch handelt es sich hierbei bereits um einen Hinweis auf eine Verhaltensstörung, dass das Kitten noch nicht von der Mutter entwöhnt war, als es getrennt wurde.
Dieses Verhalten lässt sich oft nicht mehr abgewöhnen und viele Katzen “nuckeln” und “sabbern” oft bis ins Erwachsenenalter an Textilien.
Grobes/Aggressives Spielen mit Einsatz der Krallen
Wenn Katzen die Sozialisierungsphase nicht durchlebt haben, zeigen sich häufig beim Spielen und Raufen ein grobes und aggressives Verhalten. Ist dies bei einem Kitten noch harmlos, so wird das Spiel mit steigendem Alter und steigender Kraft für den Besitzer (und auch evtl. Kinder, die mit der Katze spielen wollen) schmerzhaft. Wenn Katzen ihre Krallen einsetzen (vor allem die Hinterkrallen sollten hier nicht unterschätzt werden) können schmerzhafte Verletzungen entstehen.
Angst, Scheu vor dem Menschen, Angst vor Alltagssituationen
Häufig wird berichtet, dass Kitten, die früh von der Mutter getrennt wurden, dem Menschen gegenüber scheu und ängstlich sind. Grund hierfür kann das Trennungstrauma einer noch unselbstständigen Katze sein. Auch entwickeln sich häufig Ängste in Alltagssituationen (vor Geräten, wie Spülmaschine, Waschmaschine, Staubsauger, Kaffeemaschine). Die Folge hieraus kann sein, dass sich die Katze apathisch zurückzieht und nicht mehr auf ihren Menschen zugeht sondern zurückschreckt bzw. Aggressionen gegen ihn entwickelt.
Probleme mit Unsauberkeit
Waren die Katzen beim Vorbesitzer noch Stubenrein und “selbstständig”, können Kitten in ihrem neuen Zuhause diese Stubenreinheit häufig nicht mehr vorweisen. Verdauungsstörungen, wie Durchfall und das Ignorieren des Katzenklos, sind keine Seltenheit.
Manche Katzen entwickeln sich zu wahren “Protestpinklern”, da eine Katze ja nicht sagen kann, wenn sie mit etwas unzufrieden ist. So zeigt sie es dadurch.
Fehlende Fähigkeit mit Stress im Alltag umzugehen
Stress, der auf die Tiere wirken kann, wird kaum oder gar nicht bewältigt und verarbeitet. So sind Tierarztbesuche, Umzüge, oder manchmal sogar nur die Renovierung der Wohnung eine Qual für die Katze.
Dies sind nur einige der möglichen Folgen. Sie müssen nicht alle auftreten, manchmal treten sie auch gar nicht auf, aber das Risiko, dass sie auftreten ist bei zu jungen Katzen enorm hoch.
Lassen Sie sich von den Vorbesitzern der Katze nicht mit den Worten erpressen “Wenn Sie das Kätzchen nicht nehmen, wird es umgebracht”. In diesem Fall, sollten Sie den Tierschutz darüber informieren. Scheuen Sie sich nicht, denn der Besitzer handelt in dem Fall nicht nur im höchsten Maße unethisch, sondern auch gegen das Gesetz.
Der Tierschutz kann mit seinem Handeln verhindern, dass noch mehr verhaltensgestörte Kätzchen durch diesen Menschen in Umlauf gebraucht werden.
Die Vorteile für den Vorbesitzer liegen auf der Hand.
Er spart das Katzenfutter, dass die Kitten in den 4-6 Wochen gefressen hätten. Die Kosten sind bei hochwertigem Futter nicht zu unterschätzen.
Und vor allem spart er sich die Impfung der Katzen. Auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Oftmals sind die Kitten auch nicht entwurmt, geschweige denn die Mutterkatze.
Man muss sich bei so einem Kitten auf jeden Fall darüber im klaren sein, dass viele Folgekosten direkt nach der Anschaffung entstehen. Wenn das Kätzchen sogar bereits erkrankt ist, werden diese umso höher.
Argumentiert ein Vorbesitzer damit, dass die Kitten vom Tierarzt für selbstständig befunden wurden, so kann das sogar stimmen. Allerdings beurteilen Tierärzte mit der Selbstständigkeit eher die “Überlebensfähigkeit” der Katze. Er gewährleistet damit, dass die Katze allein fressen und trinken kann. Selbstständig heißt in dem Fall nicht, dass das Kitten psychologisch selbstständig und eigenständig ist.
Aber wie erkennt man jemanden, der seine Kitten seriös vermittelt?
- Die Kitten werden nicht vor der 12 Woche vermittelt, manchmal sogar
noch später
- Sie bekommen mit dem Kitten eine Bescheinigung über die Entwurmung und den Impfpass
- Bei Rassekatzen, bekommen sie zusätzliche Bescheinigungen über die Reinrassigkeit, bzw Abstammung der Katze (Stammbaum usw.)
Vorsicht bei jemandem, der seine Katze verschenkt! Denn dieser ist entweder sehr spendabel oder hat an der tierärztlichen Versorgung des Kittens gespart. Letzteres ist häufiger der Fall.
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9 Kommentare zu „Das richtige Abgabealter für Kitten“
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Ich hoffe ich werde jetzt nicht gleich niedergeknüppelt aber wir bekommen unsere beiden süßen mit 9 Wochen, keinen Tag früher.
Bei Mama-Katze Emmy macht Sabine das immer so, da ihre kleinen die am schnellsten sozialisierten und am frühesten entwickelten sind. Ich war schon bei einigen Aufzuchten dabei und kenne auch einige neue Besitzer der Kätzchen und es hat bis jetzt keinerlei Probleme gegeben. Die Kätzchen von anderen Müttern bleiben bis mindestens 12 Wochen, sind meistens auch Spätentwickler, nur die von Emmy scheinen da ein bisschen eigen zu sein und Emmy hat auch spätestens nach 9 Wochen die Schnauze gestrichen voll und “vertrimmt” die kleinen wenn sie ihr aufn Keks gehen nur noch und das ist dann auch kein “Spiel mit Mama” mehr, das ist jedes Mal richtig böse und bedeutet nur Stress für die kleinen Krümel
Impfen lassen wir unsere kleinen selber, entwurmt sind sie allerdings schon wenn wir sie bekommen.
Ich finde sie sind jetzt im Vergleich zu den anderen Katzenbabies im Haus sehr viel selbständiger. Sie kommen auch schon zu uns wenn wir sie beim Namen rufen und wenn sie ihre Runden drehen kommen sie immer wieder zu mir oder meinem Freund zurück und schmusen mit uns. Ich glaube auch nicht, dass sie sich tagelang unterm Sofa verstecken werden, wenn sie bei uns eingezogen sind. Azrael ist viel zu neugierig und hat vor nichts und niemandem Angst (hat sich erst neulich mit der Chef-Katze angelegt und als die fauchte hat er sich ganz frech vor sie hingesetzt und die Chefin ist frustriert abgezogen *g*)
Naja wie dem auch sei, ich verlasse mich auf Sabine und auf mein Gefühl. Früher als mit 9 Wochen würde ich sie aber trotzdem nicht zu mir holen wegen den von dir oben genannten Punkten und würde mit unserem Umzug sowieso nicht funktionieren.
Im Endeffekt liegt die Entscheidung immer beim Vorbesitzer und zukünftigen Besitzer. Erfahrungsgemäß sind Katzen, die lang genug bei ihrer Mutter waren wesensfester als Katzen die zu früh entwöhnt werden. Bei Hunden trennt man die Welpen extra etwas früher, damit die eine stärkere Bindung zum Menschen haben. Bei Katzen kehrt sich das schnell ins Gegenteilige.
Wie gesagt bei den vorherigen Würfen hab ich ja die cat-fights zwischen Mama und Kitten ab der 9. Woche mitbekommen und die waren zum Schluss so übel, dass die Mama weggesperrt und bei einem Kätzchen das Ohr geflickt werden musste
Emmy ist sonst eigentlich eine vorbildliche Mutter, nur ab der 9. Woche hat sie erfahrungsgemäß die Schnauze gestrichen voll. Ich hoffe unseren Krümeln wird es bei uns gutgehen und sie gewöhnen sich schnell ein.
Ich hoffe du hälst uns jetzt nicht für verantwortungslos
Ich weiss, dass ich nie die Mama-Katze ersetzen kann aber ich hab mir extra 3 Wochen Urlaub genommen um die Kleinen zu betüdeln und es soll ihnen an nichts fehlen.
Nein, keine Angst, halte ich dich nicht
Und bei Fragen kannst du dich immer an mich wenden
Na dann bin ich ja beruhigt und Fragen wird es hageln!
Man traut sich ja schon gar nix mehr in irgendwelche Foren zu fragen, wenn man sieht wie da auf andere losgegangen wird, selbst wenn betreffender user dazuschreibt, dass er/sie die/das Kätzchen so jung zu sich genommen hat, da die Mutter gestorben ist etc… Echt schlimm und die wollen doch nur Hilfe und keine Dresche von anderen Forenmitgliedern
Habe eine etwas heikle Frage.
Ein Schulfreund meiner Tochter hat einen Wurf Katzen zu verschenken.
Soweit so gut. Da ich schon länger mit dem Gedanken spielte wieder eine zweite Katze anzuschaffen (unsere zweite ist leider vor 3 Monaten im alter von 12 Jahren verstorben und die Kätzin die ich noch besitze fühlt sich doch recht einsam manchmal hab ich das Gefühl) Bin ich also hin um mir die Kätzchen anzusehen.
Mir wurde erzählt das die Katze die sie besitzen Freigänger ist und nicht kastiert werden soll weil es so natürlicher wäre. (Absoluter blösinn wie ich finde)
Mein Problem bei der Sache ist jetzt das ich mich zwar dazu entschieden habe eine aufzunehmen. Aber das ich mir doch sorgen um die anderen Kitten mache.
So wie ich die Besitzer verstanden habe wird auf einen Tierarztbesuch keinen Wert gelegt und wenn die anderen Kätzchen nicht verschenkt werden können innerhalb der nächsten paar Wochen werden die eben “Streuner” (so drückte sich die Besitzerin aus. Weil eine plötzlich auftretende Katzenallergie das zusammenleben im Haus nicht mehr möglich macht.
Das heißt also weitere Kätzchen die sich wild vermehren (wenn sie denn überleben)
Auch wurde mir gesagt das Kleine soll 12 Wochen alt sein was ich nicht so ganz glauben kann.
Heute werde ich erstmal mit der Kleinen zum Tierarzt…so geht es der Kleinen recht gut, sie frisst ist sehr verspielt und benutzt auch das Katzenklo.
Meine Frage ist jetzt:
Sollte man oder kann man sich an irgendjemanden wenden?
Ich weißt nicht ob ich bei diesem Fall das recht dazu habe oder nicht.
Auch waren die Lebensumstände innerhalb des Hauses sagen wir mal nicht gerade hygenisch…
Hallo Livea,
Herzlichen Glückwunsch zu eurem Neuzugang! Zu erst einmal bezüglich des Tierarztes. Du solltest, da du bereits eine Katze zuhause hast, die neue Katze gründlich untersuchen lassen (Fiv/Leukose, großes Blutbild, Parasiten) Gerade Freigängerkatzen ohne tierärztliche Betreuung schleppen diese Krankheiten mit sich herum.
Wegen des Alter der Katze, wieg sie mal. 12 Wochen alte Hauskatzen sollten bereits zwischen 1,5 und 2kg wiegen. Ist sie leichter, ist sie entweder jünger und/oder hat nicht genügend Fressen bekommen.
Jetzt zu den Vorbesitzern. Wenn man es genau nimmt, verstoßen sie gegen das Tierschutzgesetz, da man Sorge zu tragen hat, dass die Tiere Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen. Theoretisch.
Jetzt kommt das große “Aber”. Das kann man nur durchsetzen, wenn die Katzen wirklich ersichtlich krank sind. Deswegen wäre es auch wichtig, dass du deine Katze gründlich untersuchen lässt und dir beim Krankheitsfall ein Attest deines Tierarztes geben lässt, dass nachweist, dass die Krankheit schon mit Übergabe des Tieres bestanden hat.
Dann könntest du dich an das Veterinäramt oder Ordnungsamt der Stadt wenden. Gleichzeitig würde ich auch den Tierschutz einschalten. Den Tierschutz kannst du aber auch benachrichtigen, sollte deine Katze gesund sein.
Allerdings mache ich dir keine großen Hoffnungen. Die meisten Behörden handeln nur im dringendsten Notfall, wenn sie handeln.
Mehr Glück hast du, wenn für euren Bezirk eine Kastrationspflicht besteht. Dann werden die Ämter sicher schneller reagieren.
Für die restlichen Kitten wäre es am besten, wenn sie jemand abholt und ins örtliche Tierheim bringt. Als Streuner werden sie nicht alt, zumal ein Aussetzen der Katzen (die Katzen sich selbst überlassen ist damit gleichzusetzen) einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt.
Ich hoffe die Antwort hilft dir ein wenig weiter. Wenn du noch Fragen hast, dann meld dich einfach.